Donnerstag, 23. Februar 2012

Von Dekadenz und Luxus

Während auf der einen Seite die Armut in der Welt immer größer wird, gibt es andererseits die Schönen und Reichen, die sich hemmungslos dem luxuriösen Leben hingeben. Doch wer meint, dieser Zustand wäre neu, der irrt. Denn schon die alten Griechen und Römer kannten den Genuss von Luxus und Dekadenz, während gleichzeitig viele Menschen an äußerster Armut litten und verhungerten.


Wie fragwürdig ist denn nun dieser Hang zu Luxus, die Lust auf unverschämt teuren Schmuck wie seltene Perlen, auf astronomisch kostspielige Autos und die bedenkenlose Verschwendung und Verprassung von Geld und Gütern. Die Medaille hat wie immer zwei Seiten und auch die Sichtweisen sind gänzlich unterschiedlich. Kein Wunder, gehen sie doch von ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aus. Während die armen Menschen – zu Recht – den Überfluss der Reichen beklagen und sich selbst – wiederum zu Recht – für benachteiligt halten, ist das Empfinden der Reichen Menschen logischerweise ganz anders. Sie sehen, dass sie ihr Geld verdient haben, die meisten auf schwerem und einige wenige auf ganz leichte Art und Weise und finden Gefallen daran, dass sie damit machen können, was sie wollen. Vom wirtschaftlichen Standpunkt haben sie recht, dass sie ihre Gewohnheit beibehalten Geld für gutes Essen, großartige Villas und den täglichen Luxus ausgeben.
Doch wie sieht dies nun vom moralischen Standpunkt aus? Das Geld ist in der Welt ungleich verteilt und Menschen, die reich sind, werden sehr leicht immer noch reicher, das ist eine Gesetzmäßigkeit. So könnten sie durchaus einen Teil ihres vielen Geldes für wohltätige Zwecke verwenden. Viele Reiche tun das auch. Aber verpflichtet sind sie dazu nicht und solange der Reichtum der einen nicht ganz direkt mit der Armut der anderen erkauft wird, kann man einfach nur sagen, dass es nicht besonders freundlich ist, reich zu sein, während andere arm sind.
Das Leben im Überfluss, der fast unbegrenzte Zugang zu teuren Waren, die den Alltag verschönern, all das lässt sich als Dekadenz und Luxus bezeichnen und wenn dabei die Menschlichkeit und das Mitgefühl mit anderen auf der Strecke bleibt, kann man diese Art zu leben sicher auch verwerflich nennen.